Projekt des Monats | Sport in Kooperation mit einer Moschee

Frauensport beim Walddörfer SV


Seit dem 1. April 2017 ist der Walddörfer SV (WSV) Stützpunktverein im Programm Integration durch Sport. Seit 30 Jahren engagiert sich der Verein in der Flüchtlingsarbeit und betreut viele Projekte. Ganz frisch im Programm ist eine Gymnastik-Gruppe muslimischer Frauen. Das Ungewöhnliche  daran ist, wie die Gruppe entstanden ist.
Ali Reza, 19 Jahre alt und Praktikant,  ist selbst vor vier Jahren aus Afghanistan geflüchtet und arbeitet unter anderem als Vermittler und Übersetzer beim WSV. In seiner Moschee hatte er nachgefragt, ob nicht jemand Lust hat Sport im Verein zu treiben. Erstaunlicherweise meldeten sich ein paar Frauen und so entstand eine Art Kooperation zwischen Verein und Moschee.
Die Frauen stammen größtenteils aus Afghanistan und sind vor dem Krieg  geflüchtet. Sport zu treiben, war dort für sie unmöglich. Anne Freese, die Trainerin, bietet ein niedrigschwelliges Angebot für Frauen ohne Sporterfahrung. Das bedeutet: einfache statische und mobile Übungen nur mit dem eigenen Körpergewicht. Viele  der hauptsächlich älteren Frauen leiden unter  Bluthochdruck, Diabetes oder Arthrose. Die Übungen verhelfen zu mehr Beweglichkeit und Wohlbefinden und bedeuten für die Frauen außerdem eine  Art Freiheit.
Der Sport findet in einem Gymnastikraum statt, an der Tür steht „Bitte nicht stören!“, denn trainiert wird ohne Kopftuch. Grundsätzlich ist die Gruppe aber offen für Alle, denn das Motto des Vereins ist es: Gemeinsam Sport zu treiben verbindet und überwindet Grenzen von Sprache, Herkunft und Kultur.